Hochdruck- und Niederdruckprüfung

Zur Durchführung von Innenhoch- und Innenniederdruckprüfungen zur betriebsfesten Auslegung von Bauteilen und Komponenten stehen Prüfanlagen für Hochdruck (derzeit bis 3.000 bar zyklisch) und Niederdruck (bis 300 bar zyklisch) zur Verfügung:

Hochdruckprüfanlage
Hochdruckprüfanlage

Innenhochdruckprüfungen

Die Höchstdruckanlage (HD-Anlage) besteht im Wesentlichen aus einem Druckübersetzer und einer Prüfkammer. Der Druckübersetzer wird auf der Primärseite hydraulisch aus dem 280bar Druckölnetz der IABG angetrieben. Dazu ist mittels eines Servoventils und eines digitalen Reglers ein Regelkreis aufgebaut.

Auf der Sekundärseite (Übersetzung ca. 1:20) besteht die Möglichkeit, einen oder mehrere Prüflinge mit Hydraulikdruck von bis zu 3.000 bar (zyklisch) bzw. 4.000 bar (statisch) zu beaufschlagen. Der Ölhydraulikdruck kann direkt auf einen Prüfling oder über einen Hochdruckverteiler auf bis zu 18 Prüflinge gleichzeitig aufgebracht werden. Im Falle des Einsatzes des Hochdruckverteilers wirkt auf alle Prüflinge der gleiche Druck (Parallelschaltung).

Im zyklischen Prüfbetrieb (Pulsen) wird über den Regler ein sinusförmiger Druckverlauf im Prüfling realisiert. Durch unvermeidliche Leckage innerhalb des Druckübersetzers nimmt die Ölmenge auf der Sekundärseite ab. Der Kolben des Druckübersetzers wandert in Richtung Sekundärseite. Die Regelung gleicht dies bei Erreichen einer festgelegten Grenze aus, indem die Sollwertvorgabe gestoppt und der Kolben zurückgezogen wird. Die Zeitspanne zwischen diesen „Ölholintervallen“ dient als hochgenaues Ausfallkriterium zur Schadenserkennung an den Prüflingen. Bei Parallelschaltung wird jeder ausgefallene Prüfling entnommen und der Prüfanschluss am Verteiler verschlossen. Nach Beendigung eines Prüflaufes ergibt sich so eine Verteilung der Ausfälle über der Zeit, die Rückschlüsse auf die Streuung innerhalb des Prüfloses zulässt.

Die erreichbare Prüffrequenz hängt maßgeblich vom gesamten Innenvolumen der Prüflinge (Einzelinnenvolumen x Prüflingsanzahl) ab. Auch eine evtl. vorhandene systembedingte Leckage oder Steifigkeit der Prüflinge gegen Aufweitung beeinflussen die Prüffrequenz.

Die Prüfmaschine sowie die Prüfdienstleistungen sind nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert.

  • Testobjekte: z.B. Einspritzleitungen mit Anschlüssen, Injektoren, Drucksensoren…
  • Prüfraum-Abmessungen (L x B x H): 0,8 m x 0,8 m x 0,4 m
  • Test: Innendruckprüfung (Druckschwellprüfung)
  • Testanlage: HD-Prüfanlage
  • Befestigung: Testadapter (Bereitstellung durch Auftraggeber), Prüfhochdruckverteiler mit 18 Anschlüssen
  • Testparameter und -sequenz: Druckunterwert P_min: 50 bis 100 bar (je nach Machbarkeit auf der Anlage)
  • Druckoberwert: P_max = 4.000 bar
  • Grenzlastspielzahl: n_G = 107 Lastwechsel
  • Auftraggeber Leistungen: Nach Möglichkeit sind die zugänglichen Innenvolumina mit Füllstücken (z.B. Aluminiumstangen o.Ä.) zu befüllen, um das zu komprimierende Ölvolumen so gering wie möglich zu halten. Auf diese Weise kann die Prüffrequenz erhöht und die Prüfdauer verringert werden.

Innenniederdruckprüfanlage
Innenniederdruckprüfanlage

Innenniederdruckprüfungen

  • Testobjekte: z.B. Benzineinspritzkomponenten, Lenkhilfeschläuche, Kühlerschläuche, Ladeluftkühler bis zu einem Druck von 350 bar
  • Nutzraum-Abmessungen (L x B x H): 1,2 m x 0,7 m x 0,7 m
  • Temperaturbereich: -40 bis 180 °C
  • Testparameter: Druckmedium Hydrauliköl oder bei Bedarf über Medientrenner optionale Medien
  • Prüfungsablauf nach Absprache
  • Prüffrequenz: maximal 10-15 Hz (abhängig vom Prüfvolumen)