Glossar

UfAB

Die Unterlage für Ausschreibung und Bewertung von IT-Leistungen (UfAB) ist ein umfassender Leitfaden und unterstützt den öffentlichen IT-Beschaffer bei der Durchführung vergaberechtskonformer Ausschreibungen.

Einfache und Erweiterte Richtwertmethode

Diese Zuschlagsformeln der UfAB bilden das übliche Preis-/Leistungsverhältnis ab.

Die Erweiterte Richtwertmethode ermöglicht zusätzlich eine Stichentscheidung zwischen annähernd gleich guten Angeboten mit Schwerpunktsetzung auf die angebotene Leistung oder den Angebotspreis.

Median

Der Median ist derjenige Wert, der eine sortierte Reihe von Werten in zwei gleich große Hälften teilt. Beispielsweise trennt der Preismedian die teuren von den billigen Angeboten genau in der Mitte.

Medianmethode

Bei der Medianmethode wird die Leistung des einzelnen Angebots in das gewichtete Verhältnis zum Leistungsmedian aller wertungsfähigen Angebote gesetzt und der Angebotspreis in das gewichtete Verhältnis zum Preismedian.

Die Medianmethode ist deutlich weniger anfällig für den Flipping-Effekt als beispielsweise die Mittelwertmethode.

Referenzwertmethode

Bei der Referenzwertmethode wird die Leistung des einzelnen Angebots in das gewichtete Verhältnis zu einem vom Auftraggeber vorgegebenen Leistungsreferenzwert gesetzt und der Angebotspreis in das gewichtete Verhältnis zu einem vorgegebenen Referenzwert für den Preis.

Zwar ist die Referenzwertmethode nicht anfällig für den Flipping-Effekt, aber dafür muss die Vorabbestimmung der Referenzwerte für Leistung und Preis sehr sorgfältig erfolgen.

Mittelwertmethode

Bei der Mittelwertmethode wird die Leistung des einzelnen Angebots in das gewichtete Verhältnis zum Mittelwert (Durchschnitt) der Leistungswertungen aller wertungsfähigen Angebote gesetzt und der Angebotspreis in das gewichtete Verhältnis zum Preismittelwert.

Die UfAB rät mittlerweile von der Nutzung der Mittelwertmethode ab, da sie den Flipping-Effekt aufweist. Stattdessen sollte eher die Medianmethode oder die Referenzwertmethode benutzt werden, wenn eine Gewichtung von Leistung zu Preis unumgänglich wäre.

Relative Preispunktemethode

Eine Zuschlagsmethode, bei der die Preise der Angebote in Punkte umgerechnet werden durch eine lineare Interpolation im Verhältnis zum niedrigsten Preis aller Angebote (sowie manchmal auch zusätzlich zum höchsten Preis).

Diese Methode weist eine Reihe unschöner Effekte (unter anderem den Flipping-Effekt) auf und sollte nicht genutzt werden.

Placebo-Methode

Eine Variation der Einfachen Richtwertmethode, bei der der Preis- und der Leistungsanteil jeweils mit einem Faktor („Gewichtung“) versehen wird.

Da diese Faktoren auf alle Angebote in gleicher Weise wirken, beeinflusst eine solche Scheingewichtung die Rangfolge der Angebote gegenüber der Einfachen Richtwertmethode nicht; es ergibt sich also ein Placebo-Effekt.

Da die scheinbare Gewichtung Bieter in die Irre führen könnte, sollte die Placebo-Methode keinesfalls eingesetzt werden.

Flipping-Effekt

Effekt, dass selbst ein weit abgeschlagenes Angebot eines Bieters C die Reihenfolge der beiden führenden Angebote der Bieter A und B verändert, d.h. die Angebote von A und B tauschen bei ansonsten unveränderten Werten den Platz („Flipping“).

Perfektionskurve

Häufig wird es immer aufwändiger und überproportional teurer, die Leistung zu steigern, nämlich dann, wenn man sich einem Perfektionsniveau annähert. Die Linie im Leistungs-/Preis-Diagramm, die diesen Sachverhalt repräsentiert, nennen wir Perfektionskurve: es ist eine deutlich nach oben gebeugte Kurve.


Isobathme

Die Angebote der Bieter können in einem Leistungs-/Preis-Diagramm abgetragen werden. Die Isobathme (von: iso = gleich und bathmos (gr.) = Stufe, Rang, Wertung) bezeichnet die Linie im Leistungs-/Preis-Diagramm, auf der alle Angebote liegen, die dieselbe Zuschlagskennzahl erhalten. Bei der einfachen Richtwertmethode ist die Isobathme eine Gerade durch den Nullpunkt.