Nachrichten

Ihr Ansprechpartner

Klaus Woithe
Projektleiter
Tel. 0351 88878-10
Fax 0351 88878-78
woithe(at)iabg.de

Systemdienstleister IABG: Ermüdungsversuch am Airbus A380 im Zeitplan

Le Bourget/Ottobrunn. Voraussichtlich im April nächsten Jahres werden die für die Musterzulassung der A380 wichtigen Zwischenergebnisse des Ermüdungsversuchs vorliegen. Das erklärte IABG-CEO Prof. Dr. Rudolf Schwarz auf der Pariser Luftfahrtmesse in Le Bourget. „Unser Test startet planmäßig im September, die Vorbereitungen sind in vollem Gang“, sagte er. Beim weltweit größten und überaus komplexen Gesamtzellen-Ermüdungsversuch an einem Zivilflugzeug werden in einem Zeitraum von 26 Monaten 47.500 Flüge simuliert. Das entspricht einer Einsatzdauer der A380 von rund 25 Jahren. Wichtig für die geplante Zulassung im Frühjahr 2006 ist, dass die ersten 5.000 simulierten Flüge bis dahin planmäßig erfolgen.

Die Bedeutung des anstehenden Tests hatte Airbus-Chef Noel Forgeard kürzlich bei einer Besichtigung der A380-Testhalle in Dresden betont. Er bezeichnete den Ermüdungsversuch neben den derzeit laufenden Flugtests als wichtigen Baustein für die Musterzulassung der A380. Denn das größte Passagierflugzeug der Welt kann nur mit entsprechenden Zertifikaten der internationalen Agenturen für Flugsicherheit wie der „European Aviation Safety Agency“ (EASA) und der „Federal Aviation Administration“ (FAA) an die Fluggesellschaften ausgeliefert werden.

In der für die A380 neu errichteten Testhalle werden ab September dieses Jahres mit einer hydraulischen Belastungsanlage bestehend aus 182 Zug- und Druckzylindern die Beanspruchung der A380-Primärstruktur im Serviceeinsatz simulieren. Die Lasten werden über Lastgeschirre verteilt an ca. 1.700 Punkten der A380-Teststruktur eingeleitet. Die auf das Flugzeug einwirkenden Belastungen resultieren zum Beispiel aus starken Windböen. So müssen die Flügel Auslenkungen um ca. 4,2 Meter nach oben und um ca. 1,3 Meter nach unten aushalten. Diese im Flug wirkenden Kräfte werden ebenso simuliert wie die bei der Landung und beim Rollen am Boden auftretenden Lasten. „Das ist insofern wichtig, als eine Verkehrsmaschine in ihrem Leben bis zu 400.000 Kilometer rollt“, erklärte Dipl.-Ing. Woithe von der IABG.

Die IABG hatte im Jahre 2002 den Auftrag von Airbus erhalten, den Gesamtzellenermüdungsversuch an der Struktur der A380 durchzuführen. „Wir haben daraufhin zusammen mit unserem Unterauftragnehmer IMA am Dresdner Flughafen eine neue Halle gebaut, die mit einer Grundfläche von 4.950 Quadratmetern und einer Höhe von 32 Metern zu den größten Testhallen der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie zählt“, so IABG-CEO Prof. Schwarz. Im Herbst 2004 wurden dann über mehrere Wochen Rumpf- und Flügelsektionen der A380-Prototypenstruktur per Schubverband von Hamburg nach Dresden verschifft. Ein Team der Airbus-Endmontage führte dann in originalgetreuen Serienproduktionsprozessen die Endmontage dieser Sektionen durch.

Für die Musterzulassung der A380 ist das Zwischenergebnis des Ermüdungsversuchs nach 5.000 Flügen von großer Bedeutung. Dennoch wird der Test voraussichtlich noch bis ins Jahr 2007 fortgesetzt. Durch diese Lebensdauertests versetzt die IABG ihren Kunden Airbus in die Lage, schon während der Testphase zu erkennen, in welchem Zustand sich Flugzeuge dieses Typs in einigen Jahren bzw. Jahrzehnten befinden. Die entsprechenden Erkenntnisse können bereits in die Serienproduktion und in die Wartung einfließen.

15.06.2005