Sicherheit von Infrastrukturen
Dem
Schutz kritischer Infrastrukturen, d.h. Infrastrukturen, die für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft existenziell
wichtig sind, kommt zunehmende Bedeutung zu. Es ist offensichtlich, dass dabei alle gesellschaftlichen Kräfte
gefordert sind: Die Interdependenz von Infrastrukturen erfordert gemeinsames Handeln beim Aufbau eines umfassenden
Schutzkonzeptes gegen terroristische Operationen.
Mit der Gründung des "Arbeitskreises Sicherheit von
Infrastrukturen" (AKSIS) auf Initiative der IABG ist ein Forum entstanden, in dem Informationen über
die Sicherheit von Infrastrukturen und gemeinsam interessierende Fragen besprochen und mögliche gemeinsame
Programme zwischen Wirtschaft, Behörden und Forschung vorgedacht werden können. Ein derartiges Forum
kann den direkten Dialog zwischen Ministerien und Wirtschaft nicht ersetzen, aber es kann zum Aufbau von Vertrauen
beitragen, sodass ein Dialog zur Sache gehen und erfolgreich sein kann.
Gleichzeitig ist eine Diskussion darüber entstanden, wer für die Sicherheit der Infrastrukturen verantwortlich
ist. Hierbei besteht ein Interessengegensatz zwischen dem Staat in seiner Verantwortung für das Gemeinwohl
und der Wirtschaft, für die zwischen Investitionen in Sicherheit, Gewinn und Shareholdervalue stets abzuwägen
ist. In Zeiten der Globalisierung sind regulierende und gesetzgeberische Maßnahmen, um das Problem "von
oben" zu lösen, nicht unproblematisch. Zunehmend setzt sich deshalb die Einsicht durch, die erforderlichen
Maßnahmen zum Beispiel im Rahmen von Private Public Partnerships anzugehen.
Im Rahmen des 5. und 6. Förderprogramms hat auch die EU Projekte aufgelegt, die sich mit der Sicherheit
von Infrastrukturen befassen. Im Rahmen des Analysis and Assessment
for Critical Infrastructure Protection-Projektes (ACIP), das unter Leitung der IABG von einem europäischen
Konsortium bearbeitet wurde, ist eine "Roadmap" zur Entwicklung einer umfassenden Methodenarchitektur
entstanden, die zur Analyse von Interdependenzen und zur Bewertung von Maßnahmen zur Erhöhung der
Sicherheit von Infrastrukturen eingesetzt werden soll. Die Realisierung von ACIP und Vorschläge für
eine anwendungsorientierte Nutzung im Rahmen des Projektes CRITERIA wurden von einem internationalen Konsortium
von 20 Mitgliedern unter Federführung der IABG im Rahmen einer Ausschreibung der EU angeboten. In die Entwicklung
geeigneter Methoden und Simulationsverfahren einschließlich der Entwicklung von Planübungen werden
von Anfang an potenzielle Nutzer aus Wirtschaft, Behörden und Forschung eingebunden. Ein enger Schulterschluss
mit den zuständigen nationalen Behörden ist hierbei erforderlich, da nur eine gemeinsam getragene
Anstrengung erfolgreich sein kann und letztlich auch zur Ressourcenersparnis insgesamt führen kann.
Europa kommt mit der Realisierung dieses Programms einen großen Schritt weiter auf dem Weg zu einem integrierten,
länderübergreifenden, von der Wirtschaft und den Behörden gemeinsam getragenen und realisierten
Ansatz für den Schutz seiner Infrastrukturen.
04.08.03
Version zum Drucken ESDAG -The European Defence Analysis Group
|