Historie

2010 - Testsatellit im Test – LISA Pathfinder in der Weltraumsimulationskammer

2007 - Geoinformationen weltweit – Eröffnung der Geodaten-Factory in Dresden

2005 - Ausbau des Geschäftsfeldes "Verteidigung und Sicherheit"

2004 - Ermüdungsversuch am Airbus A380

1999 - Im Zeichen der Globalisierung - Der IABG-Teleport

1994 - Tests an den CLUSTER-Satelliten der ESA

1991 - Das neue Geschäftsfeld "Umwelt"

1990 - Weitere Airbus-Betriebsfestigkeitsversuche

1989 - An der Schwelle zum digitalen Zeitalter: Der neue Schwerpunkt "InfoKom"

1986 - Grund zum Feiern: Ein Vierteljahrhundert Tests, Analysen und Entwicklungen

1983 - Eröffnung der neuen Weltraumsimulationsanlage

1980 - Aufbau des Geschäftsfeldes „Verkehr“

1978 - Der Gesamtzellenversuch am MRCA Tornado

1976 - Die Inbetriebnahme des Dualflugsimulators

1975 - Das neue Geschäftsfeld „Automotive“

1973 - Beginn der Zusammenarbeit mit Airbus – Der Ermüdungsversuch am A300

1965 - Auf dem Weg zu höheren Zielen – Einstieg ins Raumfahrtgeschäft

1963/1964 - Aufbau der Institutionen – Aufsichtsrat

1961 - Aufbau des Unternehmens – Die ersten Werksanlagen entstehen

2012

Gründung der IABG-Tochterfirma INTIS Integrated Infrastructure Solutions

2011

Neue mobile Infrastruktur für Flugzeuggroßversuche in Erding (Airbus A350)

2011

50 Jahre IABG

2010

Sicherheitsmanagement für den deutschen Digitalfunk

2010

Testsatellit im Test – LISA Pathfinder in der Weltraumsimulationskammer

Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der ESA wurde auch in jüngster Zeit fortgesetzt, so 2010 mit dem Test am Forschungssatellit LISA Pathfinder in der Weltraumsimulationsanlage. Von seinem geplanten Start im Jahr 2013 an soll der Satellit zwölf Monate lang Messgeräte und Technik eines geplanten interferometrischen Gravitationswellendetektors im All (LISA) auf Weltraumtauglichkeit testen.

2010

2009

Neue Gesellschafterstruktur

2008

Einweihung der neuen Testinfrastruktur für A400M am Flughafen Dresden

2007

Geoinformationen weltweit – Eröffnung der Geodaten-Factory in Dresden

In den letzten zehn Jahren stieg der Bedarf nach der weltweiten Verfügbarkeit verlässlicher und genauer Geodaten für zivile und militärische Auftraggeber. Satellitenbilder allein reichen für die heutigen Anforderungen kaum mehr aus; zur verbesserten Nutzung in Geoinformationssystemen müssen sie vektorisiert und mit Attributen wie Klima, Bewuchs oder Befahrbarkeit versehen werden. Im November 2007 wurde die neue Geodaten-Factory in Dresden eröffnet, die sich den Aufgaben der Erfassung, Verarbeitung, Analyse und Visualisierung von Geodaten stellt.

2006

Neues Simulations- und Testzentrum Verteidigung & Sicherheit in Ottobrunn

2005

Grundsteinlegung des IABG Technologiezentrums mit integrierter Simulations- und Testumgebung

2005

Ausbau des Geschäftsfeldes "Verteidigung und Sicherheit"

Die Anschläge vom 11. September 2001 und die Kriege in Afghanistan und Irak zeigten die unveränderte Bedeutung komplexer technischer Lösungen auf dem Geschäftsfeld „Verteidigung und Sicherheit“. Die IABG reagierte auf diese neue Situation im Jahr 2005 zum einen mit der Gründung der „European Security and Defense Analysis Group“ (ESDAG), in der mit den Unternehmen TNO (Niederlande), FOI (Frankreich) und QINETIQ (Großbritannien) eine bessere Koordination nationaler Beiträge zur europäischen Sicherheitsforschung erreicht werden soll. Zum anderen wurden im gleichen Jahr 28 Mio. Euro in ein neues Simulations-und Testzentrum (SIT) investiert. Hier stehen umfangreiche Simulations-und Testumgebungen für IT-Systeme zur Verfügung. 2006 konnte das neue Zentrum eröffnet werden.

2004

Ermüdungsversuch am Airbus A380

Ein Prototyp des bisher größten in Serienfertigung produzierten zivilen Verkehrsflugzeugs, des Airbus A380, wurde der IABG 2004 zur Durchführung der Strukturbelastungstests übergeben. Nachdem das Unternehmen im Jahr 2002 den Auftrag für die Tests erhalten hatte, wurde auf dem Gelände des Flughafens Dresden eigens eine neue Testhalle errichtet. Im September 2005, nach Eintreffen der Rumpfelemente, begann der weltweit größte Ermüdungstest an einem Zivilflugzeug, der bis heute andauert und in dessen Verlauf 47.500 Flugzyklen (entsprechend einer Einsatzzeit von ca. 25 Jahren) simuliert werden sollen

2004

Gründung des Europäischen Netzwerkes ESDAG (European Security & Defence Analysis Group)

2003

Inbetriebnahme des Mehrkomponenten-Karosserieprüfstands mit Klimakammer für BMW und damit Einstieg in individuelle Betreibermodelle

2003

Inbetriebnahme der neuen Großversuchshalle in Dresden

2002

Beauftragung mit dem Lebensdauertest am größten Zivilflugzeug, dem Airbus A380

2002

Die S & D Industriebeteiligungen GmbH übernimmt die von TRW und IVG gehaltenen Geschäftsanteile und damit die unternehmerische Führung

2001

Inbetriebnahme des in das Raumfahrt-Testzentrums integrierten neuen Schall-Labors

2000

Start des A340-600 Lebensdauertests in Dresden

2000

Start der HIL-Prüfung und Simulation mechatronischer Systeme

2000

1999

Im Zeichen der Globalisierung - Der IABG-Teleport

Einen Meilenstein der Geschichte des Geschäftsfelds „InfoKom“ stellt die Inbetriebnahme des IABG-Teleports im Jahre 1999 dar. Das Unternehmen konnte mit dieser Technologie Kunden weltweit umfassende Satellitenkommunikationsdienste anbieten. Infolge der rapide zunehmenden globalen Vernetzung nutzten binnen kurzer Zeit eine Vielzahl von Unternehmen und staatlichen Organisationen die Möglichkeit zur satellitengestützten Nachrichtenübermittlung, insbesondere auch in Regionen mit schlechter Telekommunikations-Infrastruktur.

1997

Rückzug von BDM International Inc, USA, aus der unternehmerischen Führung, Übernahme der BDM durch TRW

1997

Betriebsübernahme der ESA Raumfahrttestanlagen in Noordwijk (NL)

1995

Gründung der IABG Mitarbeiterbeteiligungs AG (IABG MBAG) in Ottobrunn

1994

Tests an den CLUSTER-Satelliten der ESA

Nach der Privatisierung des Unternehmens 1993 wuchs die Bedeutung der Tests von Raumfahrtgerät für die IABG. 1994 beauftragte die Europäische Weltraumorganisation ESA das Unternehmen, ihre neuen CLUSTER-Satelliten zu testen. Unter anderem wurden die Satelliten, die zur Erforschung des interplanetaren Raums dienten, auf elektromagnetische Verträglichkeit geprüft; des Weiteren auch auf ihre Funktionsfähigkeit unter Weltraumbedingungen (Vakuum, Weltraumkälte und Strahlung des Sonnenlichts). Die IABG leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Durchführung des europäischen Wissenschaftsprogramms.

1993

Privatisierung des Unternehmens durch die Bundesrepublik Deutschland: Unternehmerische Führung durch BDM als Hauptgesellschafter

1992

Beginn des Strukturtestprogramms für die Europa-Rakete Ariane 5

1991

Das neue Geschäftsfeld "Umwelt"

Bereits kurz vor der Wiedervereinigung im Jahr 1990 hatten sich für die IABG Kontakte mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie mit dem Umweltbundesamt ergeben. Besonders standen dabei Umweltverträglichkeitsuntersuchungen, aber auch Gefährdungsabschätzungen im Vorfeld von Altlastensanierungsarbeiten im Zentrum des Interesses. Ein Jahr später beauftragte der Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) die IABG und 20 Partnerfirmen mit der „Ermittlung von Altlasten-Verdachtsflächen auf den Liegenschaften der Westgruppe der sowjetischen Truppen (WGT)“. Dieser Großauftrag führte bei der IABG zur Bildung des neuen Geschäftsfeldes „Umwelt“. Seine Bedeutung wird im Zuge von Bevölkerungswachstum und Klimawandel weiterhin wachsen.

1990

Umfassende Erweiterung und Modernisierung des Raumfahrt-Testzentrums

1990

Start Ermittlung und Beseitigung von Umwelt-Altlasten

1990

Einrichtung eigenständiger Geschäftsfelder für Informationstechnologie und Umwelt

1990

Weitere Airbus-Betriebsfestigkeitsversuche

Seit dem Strukturtest am Airbus A300 im Jahr 1973 gab es zwischen der IABG und dem europäischen Flugzeughersteller eine enge Geschäftspartnerschaft. Auch in den 1990er Jahren gingen die Tests weiter. Am 12. Dezember 1990 wurde der Vertrag über den Betriebsfestigkeitsversuch für die neuen Airbus-Typen A330/A340 unterzeichnet – damals mit einem Volumen von rund 80 Mio. DM der größte Auftrag in der Firmengeschichte. Die Anlieferung der Bauteile stellte die IABG vor beachtliche Herausforderungen. Die Anlieferung der Rumpfbauteile erfolgte bis zu Beginn der 1990er Jahre auf dem Flughafen Neubiberg mit einem Transportflugzeug, der Super Guppy.

1990

1989

An der Schwelle zum digitalen Zeitalter: Der neue Schwerpunkt "InfoKom"

Schon seit Jahrzehnten war die Informationstechnologie ein Eckpfeiler des Dienstleistungsangebots der IABG. Seit der Inbetriebnahme des Großrechenzentrums in den 1960er Jahren hatten sich Angebot und Nachfrage kontinuierlich ausgeweitet: Schon seit den 1970er Jahren war die IABG auch auf Messen wie der SYSTEMS vertreten. Über 400 Datenverarbeitungs-Spezialisten waren 1989 im Unternehmen beschäftigt. Als mit der beginnenden „Digitalen Revolution“ in den 1990er Jahren das Geschäftsfeld „InfoKom“ geschaffen wurde, konnte man bereits auf ein in Jahrzehnten aufgebautes Know-how zurückgreifen. Die große Bedeutung von InfoKom zeigte sich, als mit dem Ende des Kalten Krieges die Auftragszahlen im Geschäftsfeld „Verteidigung“ zurückgingen und durch das neue Geschäftsfeld ausgeglichen werden konnten.

1986

Grund zum Feiern: Ein Vierteljahrhundert Tests, Analysen und Entwicklungen

„25 Jahre IABG: Bilanz einer erfolgreichen Entwicklung“ -unter diesem Titel stand die Festschrift, die das Unternehmen zu seinem ersten großen Geburtstag herausgab. Zur Feier am 3. Juni 1986 erschienen auch einige „Gründerväter“ der einstigen „Anlagenbetriebsgesellschaft mbH“. Dazu gehörte der ehemalige Bundesverteidigungsminister und nunmehrige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU). Aus dem kleinen „Baby“ von damals sei mittlerweile ein „stattlicher Athlet“ geworden, meinte der Ministerpräsident in seiner Ansprache, der sich auch erlauben könne, „gelegentlich die Muskeln spielen zu lassen“. Für die nächsten 25 Jahre rief er der IABG ein „herzliches Glückauf“ zu und wünschte dem Unternehmen weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit im gemeinsamen Interesse.

1983

Eröffnung der neuen Weltraumsimulationsanlage

Im Herbst 1980 beauftragte der Bundesminister für Forschung und Technologie Volker Hauff (SPD) die IABG mit den Tests am geplanten deutsch-französischen Fernsehsatelliten „TV-SAT“. Dies verlangte die Errichtung einer neuen und größeren Weltraumsimulationskammer. In dreijähriger Planungs-und Bauzeit wurde daraufhin die neue Anlage als Herzstück des IABG-Raumfahrttestzentrums errichtet. Im Herbst 1983 nahm die größte Sonnensimulationsanlage Europas ihren Betrieb auf. Die Kammer ermöglichte Qualifikationstests an vollständigen Satelliten unter simulierten Weltraumbedingungen wie Vakuum, Tiefsttemperaturen und Sonneneinstrahlung. Damit hatte sich die IABG einen Platz in der ersten Reihe der europäischen Raumfahrttestzentren gesichert.

1982

Beauftragung mit dem Betrieb der Transrapid-Versuchsanlage im Emsland

1980

Einstieg in die Systemintegration für IT und Telekom

1980

Aufbau des Geschäftsfeldes „Verkehr“

Am 30. November 1980 gründete die IABG gemeinsam mit der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Lufthansa AG die Versuchs-und Planungsgesellschaft für Magnetbahnsysteme mbH (MVP). Aufgabe der MVP war es, die neu zu errichtende Großversuchsanlage für die Magnetschwebebahn „Transrapid“ im Emsland zu betreiben und verkehrswirtschaftliche Untersuchungen im Zusammenhang mit dem System durchzuführen. Auf diese Weise stieg die IABG in das neue Geschäftsfeld „Verkehr“ ein, das sich binnen kurzer Zeit zu einem zentralen Aufgabengebiet entwickeln sollte. Die IABG führt seither Tests und experimentelle Untersuchungen an innovativen Verkehrstechnologien durch. Nach wie vor gehört die Deutsche Bahn AG zu den wichtigen Kunden der IABG.

1980

1978

Der Gesamtzellenversuch am MRCA Tornado

Bereits seit 1967 hatten sich mehrere europäische Nationen zusammengeschlossen, um mögliche Nachfolgemodelle für das Jagdflugzeug „Starfighter“ zu entwickeln. Letztendlich entwickelten Deutschland, Italien und Großbritannien gemeinsam das damals hochmoderne und äußerst flexible Mehrzweckkampfflugzeug (MRCA) Tornado. Über längere Zeit war unter den beteiligten Regierungen umstritten, welche Firma mit den Tests am Flugzeug beauftragt werden sollte. Letztlich konnte sich die IABG – unter Fürsprache von Bundesverteidigungsminister Georg Leber (SPD) – gegen die englischen Konkurrenten durchsetzen: 1978 wurde in Ottobrunn der Gesamtzellenversuch durchgeführt. Der Tornado sollte über zwei Jahrzehnte den wichtigsten militärischen Flugzeugtyp in Westeuropa darstellen.

1976

Die Inbetriebnahme des Dualflugsimulators

Trotz der Stärkung des zivilen Sektors blieb der militärische Bereich auch in den 1970er Jahren ein Hauptarbeitsfeld der IABG. Seit 1970 begannen im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums die Planungen für die Entwicklung eines Dualflugsimulators. Durch die möglichst realitätsgetreue Simulation von Luftkämpfen erhoffte man sich, Aussagen über die Flug- und Manövriereigenschaften noch gar nicht gebauter Flugzeuge treffen zu können. Auf diesem Wege sollten auch Entwicklungskosten eingespart werden. 1976 konnte der Dualflugsimulator, der bald auch für Ausbildungszwecke genutzt werden sollte, erfolgreich in Betrieb genommen werden. Bis heute stellt die IABG ihren Partnern Expertenwissen auf dem Gebiet der Luftkampfsimulation zur Verfügung.

1975

Das neue Geschäftsfeld „Automotive“

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach Ende des Zweiten Weltkrieges war in der gesamten westlichen Welt die Anzahl von Personenkraftwagen stark angestiegen. Die erhöhte Mobilität hatte aber nicht nur positive Seiten. Besonders in smoggefährdeten Gebieten drohten durch die Abgasentwicklung massive Gefährdungen für die Umwelt. Als die US-Regierung darauf mit der Einführung von Abgasgrenzwerten reagierte, sah sich auch die exportabhängige deutsche Automobilindustrie gezwungen, ihre Fahrzeuge entsprechenden Abgastests zu unterziehen. Da diese Tests zum Teil unter Extrembedingungen durchgeführt werden mussten, war die IABG mit ihren Testeinrichtungen gerade der richtige Partner. Das neue Geschäftsfeld „Automotive“ wurde in den nächsten Jahrzehnten rasch ausgebaut; heute zählen alle namhaften Automobilhersteller zu den Kunden der IABG.

1973

Beginn der Zusammenarbeit mit Airbus – Der Ermüdungsversuch am A300

Im September 1967 war von den Regierungen Großbritanniens, Frankreichs und der Bundesrepublik Deutschland ein Memorandum unterzeichnet worden, in dem man die Entwicklung eines zweistrahligen Großraumflugzeugs beschloss. Hintergrund des Projekts war der Wille, ein europäisches Gegengewicht zur amerikanischen Vormachtstellung in der Luftfahrt zu schaffen. Als sechs Jahre darauf der Airbus A300 B bei der IABG das Flugzeug auf Festigkeit und Lebensdauer getestet wurde, war dies der Startschuss für eine langjährige und fruchtbare Zusammenarbeit mit Airbus, die bis heute andauert.

1970

Die Sonnensonde HELIOS

Mit der Vertragsunterzeichnung über das deutsch-amerikanische Sonnensonden-Projekt HELIOS Ende der 1960er Jahre begann ein ehrgeiziges Raumsonden-Projekt. Die beiden Raumsonden HELIOS 1 und HELIOS 2 sollten der Sonne möglichst nahe kommen, um den solaren Wind zu untersuchen. Dies stellte für die Industrie eine besondere Herausforderung dar, weil die extreme Wärmebelastung in der Nähe der Sonne hohe Anforderungen an das Material stellte. Das nationale Prestigeobjekt wurde etwa in der Magnetfeldsimulationsanlage der IABG getestet. Drei Jahre darauf ging Helios 1 auf Kurs ins All und lieferte über ein Jahrzehnt lang wichtige Daten aus dem sonnennahen Raum.

1970

1968

Eröffnung der Weltraumsimulationsanlage

Im Zuge des Aufbaus der IABG zu einem Raumfahrttestzentrum wurde bei der IABG eine Weltraumsimulationskammer mit 3 Metern Durchmesser aufgestellt. Die Eröffnung der Anlage Ende der 1960er Jahre als Kernstück des entstehenden „Laboratoriums für Weltraumsimulation“ war ein Meilenstein in der Entwicklung der deutschen Raumfahrtindustrie: Nahezu alle deutschen und europäischen Satelliten der anschließenden Jahrzehnte mussten die Kammer durchlaufen, bevor sie auf ihre Bahnen ins All geschickt werden konnten.

1965

Auf dem Weg zu höheren Zielen – Einstieg ins Raumfahrtgeschäft

Bereits 1963 war der Weg für den Aufbau der IABG zu einem nationalen Raumfahrt-Testzentrum geebnet worden. Am 6. September 1965 besichtigten Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) und MdB Konstantin Prinz von Bayern (CSU) die neue ELDO-Kammer der IABG. Zweck des ELDO-Programms war die Entwicklung einer europäischen Trägerrakete, der „Europa“, die später zum Vorläufer der berühmten „Ariane“ werden sollte. Eigens für die dazu notwendigen Tests wurde auf dem IABG-Gelände in Ottobrunn eine Prüfkammer errichtet, die den Einstieg des Unternehmens ins Raumfahrtgeschäft bedeutete. Abgebildet von links: Dr. Göhre, Konstantin Prinz von Bayern, Bundeskanzler Ludwig Erhard, Dipl.-Ing. Ludwig Bölkow, Dipl.-Kfm. Herbert Köppel.

1963

Know-how für die Bundeswehr – Aufbau einer Abteilung für Operations Research

Ein wichtiger Aufgabenbereich der IABG war nahezu von Beginn an die Entwicklung von Sicherheits- und Verteidigungsanalysen für die Bundeswehr. Hierzu bediente man sich der Operations-Research-Methoden, also der mathematischen Planungsforschung zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen. Bereits 1963 war auf Wunsch des Bundesverteidigungsministeriums eine eigenständige OR-Gruppe aus ehemaligen Mitarbeitern vor allem der Firma Bölkow gebildet worden. Damit war der Grundstein für das IABG-Geschäftsfeld „Verteidigung und Sicherheit“ gelegt.

1963

Luftfahrtindustrie im Zeichen des Kalten Krieges – Der Senkrechtstarter VJ 101

Ein bedeutender Auftrag für die IABG war Anfang 1963 der Belastungsversuch am Senkrechtstarter VJ 101. Vor dem Hintergrund des immer mehr schärfer werdenden Kalten Krieges zwischen Ost und West war die Entwicklung eines derartigen Jagdflugzeugs für die Bundeswehr ein bedeutendes Prestigeprojekt. Die militärische Bedeutung des VJ 101 erwies sich zwar als gering – die Konstruktion wurde 1968 eingestellt. Dennoch wurden die Entwicklungsarbeiten am Projekt zu einem wichtigen Motor für die süddeutsche Luftfahrtindustrie; auch die IABG profitierte beim Aufbau des Testzentrums für die Luftfahrt entscheidend von den Erfahrungen mit den Tests.

1963

Aufbau der Institutionen – Aufsichtsrat

Am 15. Januar 1963 kam der Aufsichtsrat der IABG zu seiner ersten Sitzung zusammen. Mitglieder waren neben drei Vertretern des Bundesverteidigungsministeriums zwei Vertreter der GfF und einer der IVG; wenig später kamen noch Ludwig Heigl als Repräsentant des Landes Bayern und Max Mayer als Vertreter des Bundesministeriums für wissenschaftliche Forschung hinzu. Zentrales Thema der ersten Aufsichtsratssitzungen war – neben der Bestätigung der Geschäftsführer – die Überwindung der schwierigen finanziellen Anfangssituation des Unternehmens. Die Aufnahme zeigt die Teilnehmer der Aufsichtsratssitzung vom 16. April 1964; von links: Albert Wahl, Helmuth Sachse, Dr. Theodor Benecke, Dr. Theodor Schultes (Geschäftsführung Wissenschaft), Herbert Köppel (Vorsitzender), Ludwig Heigl, Hans Pasche (stellv. Vorsitzender), Dr. Klaus Kopfermann (Geschäftsführung Technik), Max Mayer, Dr. Gerhard Ritter (Geschäftsführung kaufmännisch) und Fritz Troll.

1961

Aufbau des Unternehmens – Die ersten Werksanlagen entstehen

Die Geburtsstunde der IABG schlug am 7. Februar 1961. Vertreter des Bundesverteidigungsministeriums und der bundeseigenen Industrieverwaltungsgesellschaft (IVG) trafen sich mit den Mitgliedsgesellschaften der GfF (Gesellschaft für Flugtechnik) und beschlossen gemeinsam die Gründung des zunächst noch ABG (Anlagenbetriebsgesellschaft) genannten Unternehmens. Vorausgegangen war diesem Schritt der Wunsch der deutschen Luftfahrtindustrie und des Verteidigungsministers Franz Josef Strauß nach herstellerunabhängigen Testanlagen für die Entwicklungsphase von Flugzeugen. Noch im selben Jahr begann man mit der Errichtung des Anlagenzentrums in Ottobrunn bei München. 1964 waren die Baumaßnahmen an den wichtigsten Gebäuden zu weiten Teilen abgeschlossen.

1960