Downs-Thomson Paradoxon: Mehr Staus durch Ausbau des Straßennetzes

Straßenverkehr und Verkehrsplanung sind Beispiele für komplexe, vernetzte und rückgekoppelte Systeme

Das Downs-Thomson Paradoxon besagt, dass der Ausbau eines Straßensystems als Abhilfe gegen Staus ineffektiv und oft sogar kontraproduktiv ist. Dadurch dass weniger in den öffentlichen Verkehr investiert wird und auch die Autofahrer mit vermehrter Ausnutzung der neuen Kapazitäten reagieren, entstehen neue Staus.

Das heißt also, je mehr das Straßennetz ausgebaut wird, desto mehr Staus werden entstehen - paradox!

Verbesserungen im Straßennetz verringern nicht die Staubildung und können die Verkehrsüberlastung noch verstärken, wenn die Verbesserungen den öffentlichen Verkehr beeinträchtigen oder Investitionen vom öffentlichen Verkehrssystem weg verlagert werden.
Förderung des öffentlichen Personenverkehrs oder auch des Radfahrens können dagegen helfen, so die Autoren.
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S096585641400264X

Straßenverkehr und Verkehrsplanung sind Beispiele für komplexe, vernetzte und rückgekoppelte Systeme. Beim Verständnis und dem Steuern solcher Systeme scheitern oft einfache Annahmen wie „je mehr desto besser“. Aber auch die menschliche Intuition und der gesunde Menschenverstand sind häufig überfordert. Menschen können die Auswirkungen von einzelnen Maßnahmen in komplexen Systemen kaum vorhersehen.

Mit den Ansätzen, Perspektiven, Herangehensweisen und Werkzeugen des Systemischen Denkens (Simulation als Entscheidungshilfe Systemisches Denken als Werkzeug zur Beherrschung von Komplexitat) und der Systemischen Analyse lassen sich auch komplexe, vernetzte und rückgekoppelte Systeme beherrschen.

Dazu braucht es aber sowohl die Fähigkeit zum vernetzten Denken - diese ist lern- und trainierbar - als auch die Nutzung der entsprechenden Tools. Von diesen gibt es viele in der System Dynamics Community, z.B. Vensim, Stella oder ithink. Entscheidend aber ist der Wille, sich nicht mit vorschnellen, nur scheinbar einfachen Lösungen zufriedenzugeben. Dies ist oft genug eine Frage einer selbstreflexiven Unternehmenskultur.