Funktionale Sicherheit

Mit Sicherheit in die Zukunft des automatisierten Fahrens

Die Interaktion und Integration von Mensch und Technik wird intensiver - hochautomatisiertes und vollautomatisiertes Fahren ist das mittelfristige Ziel aller Automobilhersteller.
Dependability“ spielt hierbei eine zentrale Rolle. „Dependability“ adressiert verschiedene Systemcharakteristika, darunter auch die Sicherheit und die Verfügbarkeit eines Systems. Die Vernetzung digitalisierter Systeme erfordert eine gemeinsame Betrachtung von Safety (Wirkung der Technik auf Mensch und Umwelt) und Security (Wirkung von Mensch und Umwelt auf die Technik).

Safety umfasst die Vermeidung inakzeptabler Risiken oder des physischen Schadens eines Systems und seiner Komponenten, den Schutz der Umwelt vor Schaden sowie die Verhinderung
von Ausfällen sicherheitskritischer Prozesse durch die Prüfobjekte. Safety geht damit über die rein funktionale Sicherheit hinaus und umfasst beispielsweise auch die elektrische Sicherheit des Antriebsstranges oder die chemische Sicherheit der Batterie.

Security befasst sich mit der Kriminalprävention, also Maßnahmen, die der Verhinderung unbefugter Manipulation eines Systems, einer Maschine oder einer Netzwerkumgebung dienen und damit umfassender ist als reine Cyber Security. So kann etwa ein ADAS-Radar durch Jamming und Spoofing beeinflusst werden.

In unserem ganzheitlichen Ansatz dürfen die Betrachtung der Systemverfügbarkeit sowie die Berücksichtigung von „Human Factors“ nicht fehlen. In unseren Projekten verfolgen wir deshalb einen „all hazards“-Ansatz, der mit dem Kürzel „TAHOI1 zusammengefasst werden kann.
Wir unterstützen Automotive-Hersteller und -Zulieferer bei ihrem Ziel, maximal sichere Produkte hinsichtlich Safety & Security zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Auf diesem Weg begleiten wir unsere Kunden mit unserer Expertise und Erfahrung.

Unsere Leistungen / Lösungen

Beratung • Schulung • Engineering • Methodenentwicklung • Audits und Assessments

  • zu Prozessen, Produkten und sicherem Betrieb
  • mit den Aspekten Safety, Security, Verfügbarkeit und Human Factors
  • über alle Phasen des Lifecycle und alle Work Products hinweg
  • inklusive Analysen, Anforderungsmanagement, Validierung & Verifikation

Wir arbeiten gemäß folgender Normen und Vorschriften (Auszug):

  • ISO 26262
  • SAE J3061
  • UL 2900
  • IEC 62443
  • TISAX
  • ISO PAS 21448
  • IEC 62879.

Unsere Referenzen - am Beispiel von drei Kundenprojekten

Unterstützung bei Sicherheitskonzepten und Safety-Analysen
Safety-Analysen sind Bestandteil jedes Entwicklungsprojektes. Hierbei werden nach der Durchführung einer Gefahren- und Risikoanalyse die Sicherheitsziele eines Systems definiert und anschließend die Sicherheitskonzepte auf der funktionalen (Funktionales Sicherheitskonzept, FSC) und technischen (Technisches Sicherheitskonzept, TSC) Ebene entwickelt. Diese werden abhängig von Normenanforderungen durch eine FTA (Fault Tree Analysis) und / oder eine FMEDA (Failure Modes Effects and Diagnostic Analysis) überprüft.
Wir unterstützen den Kunden bei der Durchführung dieser Sicherheitsanalysen und der Aufbereitung der Ergebnisse. Durch die intensive Zusammenarbeit mit den Kunden leisten wir „training on the job“, damit die Projektmitarbeiter in kurzer Zeit mit den Analysen vertraut werden. Dadurch verbessert sich nicht nur die Qualität der Entwicklung, sondern auch die Kommunikation der Ergebnisse beim Endkunden.

Einführung von Functional Safety im Entwicklungsprojekt eines Zulieferers
Auch etablierte, große Unternehmen mit erfolgreichen eigenen Entwicklungen empfinden es häufig als Herausforderung, die verschiedenen Anforderungen der funktionalen Sicherheit in ihre Entwicklungsprojekte und -prozesse zu integrieren. Die Anforderungen der ISO 26262 gelten für den gesamten Entwicklungszyklus und fordern neue Rollen im Projekt, zum Beispiel die Bestimmung eines Functional Safety Managers. Die Entwicklungsteams sind mit der Erfüllung der Anforderungen an Nachweise und Dokumentationen häufig überfordert.
Wir unterstützen den Safety Manager und die Führungskräfte unseres Kunden bei der Einführung und Umsetzung angemessener Anpassungen an die jeweiligen Entwicklungsprozesse, um eine Sicherheitskultur im Unternehmen zu verankern und die Compliance zu den Anforderungen bezüglich Functional Safety im Projekt zu gewährleisten. Dabei achten wir besonders darauf, isolierte Lösungen zu vermeiden. Die Projektmitarbeiter schulen wir durch die gemeinsamen Reviews von projektbezogen Safety-Artefakten. Wann immer gewünscht, richten wir eine Schnittstelle zum Endkunden ein und unterstützen bei der Kommunikation von Projektfortschritten.

Vorbereitung eines A-SPICE Assessments
Automotive SPICE (A-SPICE) ist ein etabliertes Framework für die Bewertung der Leistungsfähigkeit der Entwicklungsprozesse von Systemen in der Automobilindustrie. Das Prozessbewertungs- und das Projekt-Assessmentmodell beschreiben Rahmenbedingungen, die als Best Practices weltweit anerkannt sind. OEM und Zulieferer vereinbaren die Entwicklung nach A-SPICE als Qualitätsziele im Projekt, diese werden durch A-SPICE Assessments überprüft. Wir unterstützen Hands-on die Einführung von A-SPICE durch die Befähigung der Verantwortlichen in den relevanten A-SPICE Prozessen (extended VDA scope). Als erste Schritte identifizieren wir Lücken im Entwicklungsprozess und überprüfen den Reifegrad von Work Products. Im Rahmen von Workshops überarbeiten wir gemeinsam mit den Projektmitarbeitern Konzepte und Strategien. Interne Guidelines werden mitentwickelt und direkt im Projekt angewandt, Trainings und Coaching nach Bedarf projektspezifisch geplant und durchgeführt.
Voraussetzung für eine gelungene Vorbereitung eines Assessments ist die langfristige enge Zusammenarbeit mit dem Qualitätsmanagement auf der einen und dem Entwicklungsteam auf der anderen Seite.

 

1 Technical failures, Acts of god, Human errors, Organizational failures, Intentional acts (TAHOI)