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Brain-on-Task Time

Garry Kasparov, Schachgroßmeister: Wir sollten unsere Mensch-Maschine-Teamfähigkeiten entwickeln – Maschinen als Kollegen und Teamplayer

Die Fähigkeiten und Möglichen von KI machen große Fortschritte. Besonders stark sind KI-Systeme da, wo große Mengen an Informationen in kurzer Zeit verarbeitet werden sollen. Menschen hingegen sind hinsichtlich der Menge und Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung beschränkt und werden sich - im Gegensatz zu KI-Systemen -  in absehbarer Zeit auch nicht wesentlich weiterentwickeln. Hier sind uns physiologische Grenzen gesetzt. Einen großen Teil unseres Arbeitstages verbringen wir mit Nebentätigkeiten, die oftmals mit unseren eigentlichen Aufgaben nichts zu tun haben: Die sogenannte Brain-on-Task Time wird nicht nur durch unsere begrenzte Informationsverarbeitungsfähigkeit, sondern vor allem auch durch Zusatz- und Nebenaufgaben reduziert.

Der Bericht, der eigentlich im Kopf schon fertig ist, muss getippt und Korrektur gelesen, Referenzen und Anhänge müssen zusammengesucht werden. Gleichzeitig finden weitere Nebentätigkeiten (wie Telefonieren, Kaffeetrinken, Meeting abhalten und Termine vereinbaren) statt, die dazu führen, dass man sich an einem Arbeitstag oft nur wenige Stunden effektiv mit der eigentlichen Aufgabe beschäftigen kann. Zumal nicht selten Stress, Unkonzentriertheit und Müdigkeit die Effizienz des Arbeitens zusätzlich einschränken.

Ein klassisches Hilfsmittel ist, diese zusätzlichen Tätigkeiten zu delegieren. Aber die Delegierten leiden ja auch an zu vielen Aufgaben, zu vielen Nebentätigkeiten und Einschränkungen durch Stress und Konzentrationsmängel.

Wenn nun aber der oder die Delegierte die Routineaufgaben schneller, effizienter, umfänglicher und hoch konzentriert durchführen kann, werden Zeit und Kopf frei, um die eigene Expertise, Kreativität und Problemlösefähigkeit für die Aufgabe zu verwenden.

Menschen tun sich typischerweise schwer mit Tätigkeiten, die permanente Aufmerksamkeit erfordern, die ermüdend sind, die durch andauernde Monotonie gekennzeichnet sind, die sich durch seltene Ereignisse (z.B. seltene Alarme) und durch (für den Durchführenden) „sinnlose“ Aktivitäten und Kommunikation auszeichnen. Dies sind aber alles Tätigkeiten, die eine smarte Maschine nicht nur problemlos, sondern sogar viel besser als die meisten Menschen durchführen kann.

#Umgekehrt haben Menschen ihre Stärke bei Aufgaben, die Kreativität und Problemlösekompetenz erfordern, wenn Neugier und Intuition gefragt sind, oder wenn es um die Übernahme von Verantwortung geht. Insbesondere Fragen von Moral, Werten und Ethik sind dem Menschen vorbehalten.

Die Kombination von Natürlicher Intelligenz und Künstlicher Intelligenz zu Mensch und Maschine-Teams verbessert bei einer angemessenen Aufteilung der Teilaufgaben auf Mensch oder Maschine die Gesamtleistung des Teams. Die Teams haben dann eine verbesserte und effektivere Brain-on-Task Time.  Diese Mensch-Maschine (Großmeister-Schachcomputer)-Teams  funktionieren, so Garry Kasparov, beim Schachspielen. Sie können auch in einem betrieblichen und industriellen Umfeld funktionieren.

Wichtige Fragen sind die Auslegung der smarten Maschinen, damit diese tatsächlich auch teamfähig werden und das Training von entsprechenden Fähigkeiten der Mitarbeiter, damit diese effektiv und effizient in einem Mensch und Maschine-Team wirken können.

Mehr zu diesem Thema finden Sie beim Zukunftsinstitut.de und natürlich bei der IABG und der IABG Safety und Security Akademie