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IABG-geführte Kooperation stärkt europäische Sicherheitsforschung

Die Firmen IABG (D), TNO (NL), FOI (F) und QINETIQ (GB) haben sich zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsanalysen entschlossen. Mit der Gründung der „European Security and Defence Analysis Group“ (ESDAG) soll eine Koordination nationaler Beiträge und damit eine Verbesserung der europäischen Sicherheitsforschung erreicht werden.

Bereits Anfang 2000 hat die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (IABG) aus Ottobrunn bei München begonnen, die leistungsfähigsten Analyse-Organisationen Europas auf den Feldern Sicherheit und Verteidigung in einer Arbeitsgemeinschaft, der „European Security and Defence Analysis Group“ (ESDAG) zusammenzuführen. Diese anfänglich informelle Zusammenarbeit wurde nun in einem „Teaming Agreement“ schriftlich fixiert und hat damit ein höheres Maß an Verbindlichkeit im Marktauftritt erhalten.

Die ESDAG versteht sich als herstellerunabhängiges und produktneutrales Analyse- und Forschungsnetzwerk. Ihre Arbeit soll wesentliche Beiträge zur europäischen Sicherheitsforschung (ESR) und damit auch zur zukünftigen europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESDP) leisten, die wie das Programm der Kommission auf externe unterstützende Forschung angewiesen sein wird. ESDP steht am Anfang des dritten Jahrtausends an der Schwelle in ein neues Stadium mit völlig neuen Herausforderungen, die einen hohen Unterstützungsbedarf erkennen lassen. Die Europäische Kommission hat deshalb mit der Umsetzung der vorbereitenden Maßnahme „Sicherheitsforschung“ einen ersten Schritt zur Stärkung des Industriepotenzials in Europa unternommen. Ein EU-Programm, das die Sicherheit in Europa durch Forschung und Technologie fördern soll, ist ebenso bereits beschlossen wie die Gründung einer neuen europäischen Verteidigungsagentur (European Defence Agency/EDA). Themen hoher Priorität sind die Optimierung von Bedrohungsanalysen und der Schutz vernetzter Systeme, der Schutz vor Terrorismus, die Verbesserung des Krisenmanagements und die Interoperabilität von Informations- und Kommunikationssystemen.

Die Vertreter der Gründungsmitglieder sind überzeugt, willens und fähig, hierzu maßgebliche Beiträge zu leisten. Aber sie haben auch erkannt, dass das notwendige Maß an Effizienz nur erreicht werden kann, wenn nationale Aktivitäten aufeinander abgestimmt werden. So werden die unterschiedlichen Stärken der Unternehmen zu Synergien führen und eine integrative EU-Politik unterstützen. Die ESDAG-Mitglieder werden sich deshalb bevorzugt gemeinsam um EU-Verträge auf dem Gebiet der europäischen Sicherheitsforschung bewerben. Den Schwerpunkt ihrer Aufgabe sehen die beteiligten Unternehmen in der produktneutralen Beratung der Europäischen Kommission und ihrer Gremien bei politisch-strategischen und operationellen Analysen, der Entwicklung von Konzepten und der Durchführung von technischen Bewertungen.

ESDAG ist offen für europäische Partner mit vergleichbaren Fähigkeiten. So wird sich etwa das französische DGA-CHEAr (French Defence Agency, Centre des Hautes Etudes de l’Armement) an ESDAG-Vorhaben beteiligen. Weitere assoziierte Mitgliedschaften insbesondere aus den neuen Beitrittsländern sind zu erwarten. Die Zusammenarbeit im Netzwerk wird durch eine Lenkungsgruppe gesteuert; die operative Führung liegt bei der IABG. Ein ESDAG-Projekt sowie ein weiteres mit ESDAG-Beteiligung sind bereits von der Europäischen Kommission im Rahmen der Preparatory Action on Security Research (PASR) beauftragt. Es handelt sich um das Projekt VITA, ein Experiment und eine Simulation zur Verwundbarkeit der Elektrizitätsversorgung in Spanien, und um das Projekt SeNTRE, das die Entwicklung einer Strategie für die Sicherheitsforschung der EU zum Ziel hat.

04.01.2005