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Rosetta - Gut gerüstet fürs Rendezvous

Mit ihrem Start am 02. März 2004 begann die europäische Kometen-Mission «Rosetta». Mit dem Landegerät „Philae“ an Bord der Rosetta-Sonde soll der Komet Churyumov-Gerasimenko erkundet werden. Die IABG hat in aufwändigen Tests den Boden für eine erfolgreiche Mission bereitet.

Die europäische Kometensonde «Rosetta» ist auf dem Weg ins All. Ihre Ariane-5-Trägerrakete hob am Dienstag, den 2. März 2004 vom Weltraumzentrum Kourou in Französisch Guayana ab und brachte die Sonde erfolgreich ins All. Rosetta, mit dem Landegerät «Philae» an Bord, soll Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren, die Herkunft des Wassers auf der Erde und vielleicht auch über den Ursprung des Lebens bringen. Verläuft die Mission planmäßig, wird Rosetta nach einem zehn Jahre dauernden Flug über eine Strecke von fünf Milliarden Kilometern im November 2014 den Kometen Churyumov-Gerasimenko erreichen. Der Landeroboter Philae wird dann erstmals in der Geschichte der Raumfahrt eine Landung auf einem Kometen versuchen.

Es handelt sich um das bisher aufwendigste Forschungsprojekt der ESA mit Gesamtkosten von einer Milliarde Euro. Im Vorfeld wurde deshalb alles Menschenmögliche unternommen, um den Erfolg der Mission zu garantieren. Einen wesentlichen Beitrag hierfür lieferten die Tests der IABG. Das „High-Tech-Labor“ Philae (ehemals Rosetta-Lander) wurde in unserem Raumfahrt-Testzentrum von Sept. bis Nov. 2001 gründlich auf seine Weltraumtauglichkeit untersucht. In diesem Zeitraum war ein internationales Team von Spezialisten bei der IABG tätig.

Philae musste das volle Programm absolvieren. Mit Vibrationstests wurden die beim Start auftretenden Erschütterungen simuliert. Die extremen Bedingungen im Weltraum stellen besonders hohe Anforderungen ans Material. In einer Weltraumsimulationskammer wurden deshalb Vakuum, Weltraumkälte und Sonneneinstrahlung nachgeahmt. Untersuchungen zur elektromagnetischen Verträglichkeit gehörten ebenso zum Versuchsprogramm wie Ausklapptests der Landebeine im Vakuum bei verschiedenen Temperaturen. Wir haben Massen und Schwerpunkt bestimmt und die ganze Landeeinheit schließlich auch magnetischen Reinheitsmessungen unterzogen. Hierzu kam die in Europa einzige vorhandene Magnetfeldsimulationsanlage zum Einsatz.

Philae hat alle Tests erfolgreich absolviert. Dem Rendezvous mit dem Kometen steht aus unserer Sicht nichts entgegen – wir drücken heute schon die Daumen!

11.03.2004