Leistungen

AI Act umsetzen

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AI Act umsetzen

Was Sie über den AI Act wissen sollten - FAQ

  • Welche KI-Systeme sind betroffen?

    Welche KI-Systeme unter den AI Act fallen

    Der AI Act betrifft Systeme, die auf KI basieren – insbesondere dann, wenn sie Entscheidungen unterstützen oder automatisiert treffen. Entscheidend ist nicht nur die Technologie, sondern deren geplanter und vorhersehbarer Verwendungszweck. 

    Betroffen sind beispielsweise

    • KI-basierte Steuerungs- und Assistenzsysteme
    • Bildverarbeitung und Objekterkennung
    • Prognose- und Optimierungsalgorithmen
    • autonome oder teilautonome Funktionen

    Nicht betroffen vom AI Act

    Ausgenommen von AI Act sind KI-Systeme im Bereich nationale Sicherheit, Verteidigung und militärische Zwecke. Außerdem gilt der Act grundsätzlich nicht für reine Forschungs-, Test- oder Entwicklungsaktivitäten, solange Systeme oder Modelle noch nicht in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wurden.

  • Rollen und Verantwortlichkeiten

    Ähnlich wie beim CRA unterscheidet der AI Act verschiedene Akteure entlang der Wertschöpfungskette:

    • Hersteller (Entwicklung und Bereitstellung von KI-Systemen)
    • Importeure (Einführung in den EU-Markt)
    • Betreiber (Einsatz des KI-Systems)
    • Bevollmächtigte (Vertretung des Herstellers innerhalb der EU)

    Je nach Rolle ergeben sich unterschiedliche Pflichten – insbesondere zwischen Hersteller und Betreibern.

  • Risikoklassifizierung als zentraler Unterschied

    Anforderungen hängen vom Risiko des KI-Systems ab

    Der AI Act unterscheidet verschiedene Risikokategorien – von minimalem Risiko bis hin zu Hochrisiko-KI.

    • Niedriges Risiko: geringe Anforderungen
    • Hochrisiko-KI: umfassende regulatorische Pflichten

    Besonders relevant sind Hochrisiko-Systeme, etwa in sicherheitskritischen Anwendungen oder als Bestandteil von Maschinen.

    Zusätzlich werden sogenannte General Purpose AI (GPAI) berücksichtigt – also KI-Modelle, die für vielfältige Anwendungen genutzt werden können. Je nach Einsatz und Leistungsfähigkeit können hier ebenfalls umfangreiche Anforderungen gelten

  • Was verlangt der AI Act konkret in Bezug auf Hochrisiko-KI?

    Anforderungen entlang des KI-Lebenszyklus

    Die Anforderungen des AI Act betreffen sowohl die Entwicklung als auch den Betrieb von KI-Systemen.

    Entwicklung und Design

    Bereits bei der Entwicklung müssen zentrale Anforderungen erfüllt werden:

    • Risikomanagementsystem
    • Datenqualität und Datenmanagement
    • technische Dokumentation
    • Sicherstellung von Genauigkeit, Robustheit und Cybersicherheit 

    KI-Systeme müssen nachvollziehbar und kontrollierbar gestaltet werden.

    Transparenz und Kontrolle

    Ein zentraler Unterschied zu anderen Regelwerken ist die Anforderung an den Umgang mit Entscheidungen:

    • Transparenz über Funktionsweise und Einsatz
    • Nachvollziehbarkeit von Ergebnissen
    • Möglichkeiten zur menschlichen Aufsicht 

    Damit wird sichergestellt, dass KI-Systeme nicht „Black Boxes“ bleiben.

    Konformität und Inverkehrbringen

    Für regulierte KI-Systeme sind folgende Nachweise erforderlich:

    • Konformitätsbewertung
    • CE-Kennzeichnung
    • Konformitätserklärung
    • Registrierung in entsprechenden Datenbanken

    Betrieb und Überwachung

    Auch im Betrieb bestehen umfangreiche Pflichten:

    • Monitoring des Systemverhaltens
    • Dokumentation von Ereignissen
    • Meldung schwerwiegender Vorfälle
    • laufende Bewertung der Systemleistung
  • Warum die Umsetzung komplex ist

    Die Herausforderung liegt nicht nur in der Technologie, sondern in der Kombination aus Technik, Regulierung und Anwendungskontext.

    In der Praxis zeigt sich:

    • Anforderungen hängen stark vom konkreten Einsatz ab
    • KI-Systeme verändern sich durch Daten und Updates
    • Schnittstellen zu Maschinenverordnung und Cyber Resilience Act
    • hohe Anforderungen an Dokumentation und Nachvollziehbarkeit

    Besonders anspruchsvoll ist die Verbindung von KI-Entwicklung, Systemintegration und regulatorischer Bewertung.

  • Wann tritt der AI Act in Kraft?

    Der AI Act tritt ab dem 02. August 2027 vollständig in Kraft. Bestandteile davon gelten jedoch bereits früher.

  • Was passiert bei Verstößen?

    VerstoßStrafe
    Nutzung verbotener KI-SystemeBis 35 Mio.€ oder 7 % des gesamten weltweiten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahresverhängt, je nachdem, welcher Betrag höher ist
    Nichteinhaltung von Pflichten (ausgenommen Nutzung verbotener KI-Systeme)Bis 15 Mio.€ oder 3 % des gesamten weltweiten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahresverhängt, je nachdem, welcher Betrag höher ist
    Falsche/irreführende/unvollständige Angaben gegenüber notifizierenden Stellen oder MarktaufsichtsbehördenBis 7,5 Mio.€ oder 1 % des gesamten weltweiten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahresverhängt, je nachdem, welcher Betrag höher ist
    Nichteinhaltung Verpflichtungen durch Anbieter von KI-Modellen für allgemeine ZweckeBis 15 Mio.€ oder 3 % des gesamten weltweiten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahresverhängt, je nachdem, welcher Betrag höher ist

    Anmerkung: Bei neu gegründeten Unternehmen und KMU gilt jeweils der niedrigere anstatt des höheren Betrags.

    Wird eine Nichtkonformität mit den Anforderungen des EU AI Act festgestellt – etwa bei Hochrisiko-KI-Systemen – und nicht innerhalb der von der zuständigen Marktüberwachungsbehörde gesetzten Frist behoben, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf die Bereitstellung im Unionsmarkt: Die Behörden können die weitere Bereitstellung des KI-Systems einschränken oder untersagen.

    Besteht darüber hinaus ein erhebliches Risiko für Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte, kann auch die Rücknahme oder der Rückruf bereits in Betrieb genommener Systeme angeordnet werden.

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Michael Weidinger
Innovation & Engineering
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